Ratgeber Dünndarmkrebs
Informationen für Betroffene und Angehörige
Dünndarmkrebs
Bösartige Tumoren des Dünndarms sind – z. B. im Vergleich zu Dickdarmtumoren – nach Angaben des Robert Koch-Instituts eher selten. Dessen Angaben für 2003 zufolge erkrankten in Deutschland in diesem Jahr nur 0,33 von 100.000 Männern und 0,24 von 100.000 Frauen daran. Dünndarmtumoren können einerseits primär an diesem Ort entstehen und andererseits als Metastasen anderer Tumorarten (also sekundär) auftreten.
Der Dünndarm, der als längster Teil des Verdauungstraktes auf den Magen folgt, ist zwei bis drei Meter lang und hat die Funktion, den in Mund und Magen bereits vorverdauten Nahrungsbrei weiter zu verarbeiten und alle verwertbaren Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Unverdauliche Überreste werden dann in den Dickdarm weitertransportiert.
Die Tatsache, dass es sich beim Dünndarmkrebs um eine eher seltene Tumorart handelt, könnte damit im Zusammenhang stehen, dass der Nahrungsbrei sich im Dünndarm nur kurzzeitig aufhält (im Gegensatz zu einer längeren Verweilzeit im Dickdarm). Potenzielle Karzinogene können daher auf die Dünndarmschleimhaut möglicherweise häufig nicht lange genug einwirken, um eine Entartung der Zellen auszulösen.
Bei den bösartigen Dünndarmtumoren unterscheidet man nach ihrer Abstammung von unterschiedlichen Gewebetypen vier verschiedene Arten: zum einen die aus Zellen der Schleimhaut (Drüsengewebe) hervorgehenden Karzinome (Adenokarzinome) und die vom Stützgewebe (Muskel-/Bindegewebe) abstammenden Sarkome sowie andererseits die aus dem Lymphgewebe hervorgehenden Lymphome und die von speziellen, hormonbildenden Zellen ausgehenden Karzinoide (neuroendokrine Tumoren).
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