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Ratgeber Dünndarmkrebs

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Dünndarmkrebs
Was ist Dünndarmkrebs?

Dünndarmkrebs wird häufig erst spät entdeckt, da zu Beginn der Erkrankung oft keine oder nur sehr unspezifische Symptome auftreten. Bei den in der Regel häufiger auftretenden gutartigen Dünndarmtumoren können Blutungen auftreten. Bösartige Dünndarmtumoren können mit Symptomen wie z. B. Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung einhergehen. Im späteren Verlauf der Erkrankung kann es zu einem Darmverschluss kommen, der schnellstmöglich operiert werden sollte, da für den Betroffenen sonst Lebensgefahr bestehen kann. Bösartige Dünndarmtumoren werden unterteilt in Adenokarzinome, Sarkome, Lymphome und Karzinoide, abhängig davon, aus welchem Gewebetyp sie hervorgegangen sind. Bei den gutartigen Dünndarmtumoren gibt es sieben Arten, die sich ebenfalls aus verschiedenen Gewebearten ableiten.

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Dünndarmkrebs sind bisher nicht geklärt. Es gibt einige Faktoren, die im Verdacht stehen, eine Erkrankung an Dünndarmkrebs zu fördern. Dazu gehören u. a. bestimmte Darmerkrankungen und die Ernährung. Tierische Fette sowie bestimmte Konservierungs- und Farbstoffe können ein Risikofaktor für die Entstehung von Dünndarmkrebs sein. Eine Vorstufe von Dünndarmkrebs sind Darmpolypen. Sie sind in der Regel gutartig, werden aber vom Arzt vorsorglich entfernt, um sie anschließend mikroskopisch genauer zu untersuchen. Im Verlauf der Erkrankung können sich Dünndarmtumoren auf umliegende Organe auswirkungen. Dies ist der Fall, wenn der Tumor an Volumen zunimmt oder sog. Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet.

Diagnose Dünndarmkrebs

Bei einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch erkundigt sich der Arzt zunächst nach der Art der Beschwerden sowie dem Zeitpunkt und der Häufigkeit ihres Auftretens. Auch der Lebensstil und mögliche andere Erkrankungen können dem Arzt Aufschluss über eine Erkrankung an Dünndarmkrebs geben. Im Anschluss erfolgt meist eine körperlichen Untersuchung, bei der die Bauchdecke des Patienten vom Arzt abgetastet wird. Darüber hinaus können verschiedene weitere Verfahren zur Diagnose von Dünndarmkrebs angewandt werden. Mithilfe einer Magen-Darm- oder Bauchspiegelung kann die Darmschleimhaut auf Veränderungen hin untersucht werden. Auch eine Magnetresonanz- oder Computertomografie kann bei der Diagnose von Dünndarmkrebs zum Einsatz kommen.

Therapie Dünndarmkrebs

Die Therapie von Dünndarmkrebs hängt von verschiedenen Eigenschaften des Tumors, wie z. B. Größe und Lokalisation ab. In der Regel werden bösartige Dünndarmtumoren operativ entfernt. Um einem Wiederauftreten der Erkrankungen vorzubeugen, kann unterstützend eine Chemo- oder Strahlentherapie zum Einsatz kommen. Ist die Erkrankungen bereits so weit fortgeschritten, dass eine Operation nicht mehr infrage kommt, besteht die Therapie von Dünndarmkrebs meist aus einer Kombination von Strahlen- und Chemotherapie. Gutartige Dünndarmtumoren werden in der Regel zunächst beobachtet und erst dann behandelt, wenn sie entarten oder Beschwerden verursachen. Der Eingriff kann über einen Bauchschnitt oder minimalinvasiv erfolgen.

Was ist Dünndarmkrebs?

Bösartige Tumoren des Dünndarms sind – z. B. im Vergleich zu Dickdarmtumoren – nach Angaben des Robert Koch-Instituts eher selten. Laut Robert Koch-Institut erkranken jährlich etwa 990 Männer und 840 Frauen an Dünndarmkrebs. Dünndarmkrebs kann einerseits primär im Dünndarm entstehen und andererseits als Metastasen anderer Tumorarten (also sekundär) auftreten.

Der Dünndarm

Der Dünndarm, der als längster Teil des Verdauungstraktes auf den Magen folgt, ist zwei bis drei Meter lang und hat die Funktion, den in Mund und Magen bereits vorverdauten Nahrungsbrei weiter zu verarbeiten und alle verwertbaren Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen. Unverdauliche Überreste werden dann in den Dickdarm weitertransportiert.

Die Tatsache, dass es sich beim Dünndarmkrebs um eine eher seltene Tumorart handelt, könnte damit im Zusammenhang stehen, dass der Nahrungsbrei sich im Dünndarm nur kurzzeitig aufhält (im Gegensatz zu einer längeren Verweilzeit im Dickdarm). Potenzielle Karzinogene können daher auf die Dünndarmschleimhaut möglicherweise häufig nicht lange genug einwirken, um eine Entartung der Zellen auszulösen und zur Entstehung von Dünndarmkrebs zu führen.

Formen von Dünndarmkrebs

Bei den bösartigen Dünndarmtumoren unterscheidet man nach ihrer Abstammung von unterschiedlichen Gewebetypen vier verschiedene Arten: zum einen die aus Zellen der Schleimhaut (Drüsengewebe) hervorgehenden Karzinome (Adenokarzinome) und die vom Stützgewebe (Muskel-/Bindegewebe) abstammenden Sarkome sowie andererseits die aus dem Lymphgewebe hervorgehenden Lymphome und die von speziellen, hormonbildenden Zellen ausgehenden Karzinoide (neuroendokrine Tumoren).

Gutartige Dünndarmtumore treten in der Regel häufiger auf als bösartige Dünndarmtumore und können einzeln oder in größerer Zahl auftreten. Sie wachsen nicht in andere Gewebe ein, können allerdings entarten. Gutartige Dünndarmtumore lassen sich in sieben verschiedene Formen unterteilen. Diese leiten sich ebenso wie bei den bösartigen Tumoren aus verschiedenen Gewebearten des Dünndarms ab. Dazu gehören Adenome, Leiomyome, Fibrome, Lipome, Angiome, Neurogene Tumoren und Hamartome.

Symptome von Dünndarmkrebs

Dünndarmkrebs wird häufig erst spät entdeckt, da im Anfangsstadium vor allem bei gutartigen Dünndarmtumoren in der Regel kaum Symptome auftreten. Ist der Dünndarmkrebs noch nicht weit fortgeschritten, kann es zu Blutungen kommen. Im weiteren Verlauf ist eine Einengung des Dünndarms möglich, die schlimmstenfalls zu einem Darmverschluss führen kann.

Bei bösartigen Dünndarmtumoren führt die Tatsache, dass die Symptome häufig sehr unspezifisch sind, meist zu einer späten Diagnosestellung. Es kann zu Verstopfung, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen kommen. In fortgeschritteneren Stadien von Dünndarmkrebs droht die Gefahr eines Darmverschlusses. Dieser sollte unverzüglich operiert werden, da es sonst für den Betroffenen lebensgefährlich werden kann. Meist sind es Komplikationen wie diese, die auf Dünndarmkrebs aufmerksam machen. Auch ein Tumordurchbruch ist möglich, der mit einer Entzündung des Bauchfells einhergehen kann.

Anke Tennemann

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